Der aku­te Herz­in­farkt (Myo­kard­in­farkt) ist ein kar­dio­lo­gi­scher Not­fall und eine lebens­be­droh­li­che Erkran­kung des Her­zens. Ursa­che ist ein aku­ter Ver­schluss einer Herz­kranz­ar­te­rie durch ein Blut­ge­rinn­sel und in der Fol­ge ein Abster­ben von Herz­mus­kel­ge­we­be durch die feh­len­de Blut- und somit Sauer­stoff­ver­sor­gung im betrof­fe­nen Ver­sor­gungs­ge­biet. Es muss nicht immer eine hoch­gra­di­ge Ver­en­gung eines Kranz­ge­fäs­ses im Vor­feld vor­ge­le­gen haben. Soge­nann­te Plaques, das sind ent­zünd­lich Gefäß­wand­ver­än­de­run­gen mit Fett­an­tei­len, kön­nen an der Ober­flä­che insta­bil wer­den und ein­rei­ßen, was wie­der­um zu einer Ver­klum­pung von Blut­plätt­chen (Throm­bo­zy­ten­ag­gre­ga­ti­on) und letzt­lich zum Gefäß­ver­schluss führt.

Kli­nisch zeigt sich der Herz­in­farkt durch einen plötz­lich auf­tre­ten­den meist stärks­ten Brust­schmerz (»Ver­nich­tungs­schmerz«) oder Druck (»als ob jemand den Brust­korb ein­schnürt«), der in den Ober­bauch, die Schul­tern, die Arme oder den Unter­kie­fer aus­strah­len kann. Beglei­tend kön­nen Übel­keit, Erbre­chen, Kalt­schwei­ßig­keit, Luft­not oder aber auch eine Bewusst­lo­sig­keit (Syn­ko­pe) auftreten.

Die Beschwer­den per­sis­tie­ren in der Regel und las­sen sich oft nicht durch medi­ka­men­tö­se Mass­nah­men wie Nitro­spray beein­flus­sen. Ca. 20% der Herz­in­fark­te lau­fen ab, ohne dass der Pati­ent davon etwas bemerkt (soge­nann­te »stum­me Infark­te«). Dies kommt häu­fi­ger bei Dia­be­ti­kern vor.

Herz­in­farkt­pa­ti­en­ten sind in der Akut­pha­se durch lebens­be­droh­li­che Rhyth­mus­stö­run­gen der Herz­kam­mer gefährdet.

Aus die­sem Grund und weil die Pro­gno­se des Pati­en­ten vom Aus­maß und dem Grad der Herz­mus­kel­schä­di­gung abhän­gig ist (»Zeit ist Mus­kel«), muss unver­züg­lich gehan­delt werden.

Es muss ohne Ver­zö­ge­rung der Not­arzt (Not­ruf­num­mer 112) ver­stän­digt wer­den, der den Pati­en­ten über­wacht und in eine Kli­nik, opti­ma­ler­wei­se mit einer 24-Stun­den-Herz­ka­the­terbe­reit­schaft, bringt.

Das ver­schlos­se­ne Herz­kranz­ge­fäss kann dann in der Regel in einer Herz­ka­the­ter­un­ter­su­chung mit einem Bal­lon­ka­the­ter wie­der­eröff­net und ggf. mit einer klei­nen implan­tier­ba­ren Gefäß­stüt­ze aus einem Draht­ge­flecht sta­bi­li­siert wer­den (PTCA, Stentimplantation).

Kardiologische Untersuchungs- und Behandlungsmethoden

Ballonkatheter/Stent Belas­tungs-EKG Echo­kar­dio­gra­phie Herz­ka­the­ter Kar­dio­ver­si­on Lang­zeit-EKG Ruhe-EKG Stress­echo­kar­dio­gra­phie

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