Als Kam­mert­achy­kar­di­en (ven­tri­ku­lä­re Tachy­kar­die, kurz VT) bezeich­net man Herz­rhyth­mus­stö­run­gen aus der rech­ten oder lin­ken Herz­kam­mer, die nach Aus­bil­dung einer Nar­be (oft nach abge­lau­fe­nem Herz­in­farkt) bzw. im Rah­men struk­tu­rel­ler Herz­er­kran­kun­gen (z.B. nach Herz­mus­kel­ent­zün­dung, bei ange­bo­re­nen Erkran­kun­gen des rech­ten oder lin­ken Her­zens wie z.B. hyper­tro­pher obstruk­ti­ver Kar­dio­myo­pa­thie, HOCM oder arrhyth­mo­ge­ner rechts­ven­tri­ku­lä­rer Kar­dio­myo­pa­thie, ARVC) oder im Rah­men von gene­tisch beding­ten Erkran­kun­gen mit erhöh­tem Risi­ko für plötz­li­che lebens­be­droh­li­che Kam­mer­rhyth­mus­stö­run­gen (z.B. katecho­la­miner­ge poly­mor­phe VT, Long-QT-Syn­drom, Bru­gad­a­syn­drom) auftreten.

In den meis­ten Fäl­len ent­steht die Rhyth­mus­stö­rung auf dem Boden eines soge­nann­ten »Sub­stra­tes«; im Grenz­be­reich zwi­schen Nar­ben­ge­we­be und noch vita­lem Herz­mus­kel­ge­we­be kommt es auf Grund unter­schied­li­cher Lei­tungs­ei­gen­schaf­ten zu krei­sen­den schnel­len Erre­gun­gen, die der Kam­mert­achy­kar­die entsprechen.

Beim Kam­mer­flim­mern besteht eine völ­lig chao­ti­sche und unko­or­di­nier­te Erre­gung der Herz­kam­mern, es wird kein aus­rei­chen­des Herz­vo­lu­men mehr trans­por­tiert, was einem funk­tio­nel­len Herz­still­stand ent­spricht. Die­se Rhyth­mus­stö­run­gen sind als lebens­be­droh­lich anzusehen.

Neben der Behand­lung der Grund­er­kran­kung wird meist ein Schutz des Pati­en­ten vorm plötz­li­chen Herz­tod mit einem implan­tier­ba­ren Rhyth­mus­wäch­ter (Defi­bril­la­tor, ICD) not­wen­dig. Zum ande­ren kommt vor allem bei den Pati­en­ten nach Myo­kard­in­farkt mit Kam­mert­achy­kar­die eine Kathe­te­ra­b­la­ti­on (Ver­ödung) im Bereich des Sub­stra­tes in Betracht.

Bei eini­gen Pati­en­ten kommt es zu Kam­mert­achy­kar­di­en, meist aus den Aus­fluss­be­rei­chen der Herz­kam­mern, ohne dass eine struk­tu­rel­le Herz­er­kran­kung vor­liegt. Bei ent­spre­chen­den Sym­pto­men wie Herz­ra­sen und Atem­not oder dro­hen­der Bewusst­lo­sig­keit soll­te hier bei recht guten Erfolgs­aus­sich­ten eine Kathe­te­ra­b­la­ti­on (Ver­ödung) erwo­gen werden.

Kardiologische Untersuchungs- und Behandlungsmethoden

Ballonkatheter/Stent Belas­tungs-EKG Echo­kar­dio­gra­phie Herz­ka­the­ter Kar­dio­ver­si­on Lang­zeit-EKG Ruhe-EKG Stress­echo­kar­dio­gra­phie

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